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Werner Talenta

Mit dem oberen Ende des Bogens durchstößt der Bogenschütze den Himmel, am unteren Ende hängt, mit einem Seidenfaden befestigt, die Erde. Wird der Schuß mit starkem Ruck gelöst, und reißt der Faden wird für den Gewalttätigen die Kluft endgültig und der Mensch verbleibt in der heillosen Mitte zwischen Himmel und Erde

Zen Meister, Kenzo Awa

Hommage an Werner Talenta von Sven Giesa

Werner Talenta, Jahrgang 1936 baute seine Bögen von 1976 - 1995.

In Insiderkreisen sind seine Bögen auch heute noch ein heißer Tipp! In einer alten Scheune, oberhalb des Züricher Sees hatte er seine Werkstatt. Es war immer ein Erlebnis der besonderen Art, ihn dort zu besuchen. Zeit musste man mitbringen, denn in Werners Welt tickten die Uhren langsamer. Wenn du deinen langersehnten Bogen abholen und ausprobieren wolltest, musstest du erst einmal warten können. Egal ob du ein Spitzenschütze warst oder nicht. Er machte keine Unterschiede. Er hatte seine Prinzipien. Erstmal mussten, um nur ein Beispiel zu nennen, seine unzähligen Katzen gefüttert werden.

Irgendwie war es immer ein Ritual, das Werner mit seinen Bogenschützen veranstaltete. Es dauerte schon eine Weile bis man seinen Bogen zum erstenmal in die Hand nehmen durfte. Zusammengebaut und mit Sehne bestückt ging es dann auf die Wiese hinter der Werkstatt, hoch über dem Tal mit einem wunderbaren Blick auf den See!

Nach dem ersten Schuss wurde der Bogen gesegnet, was ganz unspektakulär vor sich ging: Werner spuckte einfach drauf.

Werner war selbst ein leidenschaftlicher Bogenschütze. Er gab seine Anstellung als Chemiker bei der Firma "Jourdan" auf, um sich ganz dem Bogenbau zuzuwenden. Er entwarf einen damals völlig neuen Bogen. Sein Wissen um die Problematik des Bogenschiessens und sein Hintergrund als Chemiker (wichtig für den Wurfarmbau) waren dabei höchst förderlich. Seine Produkte waren bis zuletzt immer Handarbeit. Jede Schraube, jede Buchse wurde extra angefertigt. Der Button war auch eine eigene Entwicklung, ebenso die Griffschalen, mit denen er allerdings immer etwas auf Kriegsfuß stand. Perfektionist der er war, versuchte er das Unmögliche möglich zu machen. Einen Griff zu bauen, der allen Schützen gerecht wird. Jeder Besitzer eines Talenta´s ist zu Recht der Meinung, einen ganz auf ihn abgestimmten Bogen zu besitzen. Viele Titel auf nationaler und internationaler Ebene wurden mit seinen Bögen geschossen. Jeder, der Werner kennengelernt hat, wird ihn nicht vergessen.

Werner Talenta verstarb 1995 in der Werkstatt, inmitten seiner Arbeit!

Nach langer Suche der Familie Talenta fand sich in Florian Reiß ein geeigneter Nachfolger. Die Tradition des Talenta Bogen wird damit fortgesetzt. Andreas und Josef Talenta, Söhne von Werner, beide mit dem Bogenbau vertraut ebenso seine Ehefrau Erika weihten Florian in die Geheimnisse des Bogenbaus ein. Sein Hintergrund als Restaurator bringt das nötige handwerkliche Geschick mit sich.

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